Das Projekt “Entwicklung und Sicherheit im Aïr Gebirge und in der Region Agadez”

Davon überzeugt, dass das Problem im Sahel kein politisches, sondern ein ökonomisches ist, führt der Verein Les Puits du Désert, der seit 15 Jahren in Niger im Bereich Wasser, Bildung und Gesundheit tätig ist, ein Programm “Entwicklung und Sicherheit” für nomadische und sesshafte benachteiligte Bevölkerungsgruppen im Norden des Landes durch.

Im besonderen Kontext der Sahelzone, einer von Konfliktgebieten umgebenen Binnenregion, unterstützt der Verein die Region Agadez bei der Konsolidierung des Friedens durch den Zugang zu Wasser und beteiligt sich an der Verringerung der Krisenanfälligkeit durch angepasste Landwirtschaft im Einklang mit der nigrischen Politik zur Armutsbekämpfung und Trinkwasserversorgung.

Der Verein stützt sich auf die wichtigsten nigrischen Rechtsvorschriften, um nachhaltige Lösungen für die Probleme der Bevölkerung eu finden im Bereich Trinkwasserversorgung und öffentliche Hygiene, nämlich: das Wassergesetzbuch (einschließlich der Partizipation der Begünstigten an der Finanzierung von Infrastruktur (Schacht und Bohrbrunnen, )), der Multi-Risk-Notfallplan (PCM), der Nationale Plan für integriertes Wassermanagement (PGIRE), der Nationale Plan für den Zugang zu Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen (PNAEPA) )

LES PUITS DANS LA VALLEE DE TIDENE, COMMUNAUTE URBAINE DE TCHIROZERINE. L'ECOLE DE TIDENE, SA CANTINE, LE DISPENSAIRE, LES PUITS MARAICHERS ET LES JARDINS, LES PUITS VILLAGEOIS. PUITS DOMAINES SKIABLES DE FRANCE NIGER 2015 Situation im Norden, wie auch in anderen Gebieten Nigers, ist besonders schwierig für seine Bevölkerung, die einerseits den Launen des Klimas und der Natur ausgesetzt ist (Überschwemmungen, Ausbreitung der Wüste, Heuschreckenplagen, Naturkatastrophen usw.) und andererseits durch seine geografische Lage konfrontiert ist mit der Verschärfung aktueller gewalttätiger Konflikte der ganzen Subregion.

Durch den konfliktreichen Kontext entstand die Notwendigkeit, die lokale Bevölkerung bei ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen, um zu verhindern, dass Entwicklungspartner immer weniger werden oder sogar wegen der verschärften schlechten Sicherheitslage ihre Hilfe in der Region einstellen, aber auch um das Risiko der Radikalisierung der Jugend aufgrund von Armut zu vermeiden.

Um die lokale Bevölkerung zu unterstützen, hat sich das Projekt, dessen zweite Phase nun endet, zum Ziel gesetzt, den Zugang zu Trinkwasser zu verbessern, um durch Wasser übertragene Krankheiten zu reduzieren. die Kinder von der Mühe des Wasserholens zu befreien, damit sie zur Schule gehen können, das Einkommen der Ex-Kombattanten (der Rebellion) zu erhöhen durch eine sozioökonomische Wiedereingliederung durch Arbeit im Gartenbau, ausserdem damit den Frieden zu festigen und Stabilität in der Region zu gewährleisten.

Zuerst in 5 abgelegenen Dörfern der Region Agadez, dann in 5 weiteren im Jahr 2018, wurden 10 Dorfbrunnen und 42 Brunnen für Gemüseanbau gebaut, Schulungen für Gartenbau und Betrieb von Baumschulen, sowie Fortbildungen in Hygiene für Familien durchgeführt.

Es wurden auch Begleitmaßnahmen ergriffen, um die Verwaltung des Projekts durch lokale Partner zu erleichtern. Jeder Dorfbrunnen hat ein Verwaltungskomitee (COGES), das Beiträge (zwischen 5 und 10 € pro Jahr / Familie) von Benutzerfamilien sammelt, um die Wartung und Reparatur der Anlagen sicherzustellen. Es kümmert sich um die Überwachung des Brunnens und seine ordnungsgemäße Benutzung.

Die Mitglieder dieses Komitees werden von der Bevölkerung gewählt und haben an einer bedarfsorientierten Schulung teilgenommen: Regeln für einen gerechten Zugang zum Brunnen, Überwachung und routinemäßige Wartung der Anlage (Reinigung und Entsandung, kleinere Reparaturen), Vorgehensweise bei grösseren Problemen, Hygienemassnahmen.

Falls notwendig, wird das Komitee von der Regionaldirektion der Wasserbehörde unterstützt, die alle 3 Monate die Wasserqualität überprüft.

LES PUITS DANS LA VALLEE DE TIDENE, COMMUNAUTE URBAINE DE TCHIROZERINE. L'ECOLE DE TIDENE, SA CANTINE, LE DISPENSAIRE, LES PUITS MARAICHERS ET LES JARDINS, LES PUITS VILLAGEOIS. PUITS GLISSE EN COEUR NIGER 2015 haben letztendlich fast 22.000 Menschen Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser in weniger als 5 km Entfernung von ihrer Siedlung. Mehr als 1.000 Menschen profitieren direkt von Produkten aus den Gärten, die von den 42 gebauten Brunnen für Gemüseanbau bewässert werden.

Mehr als 120 Personen wurden in Landwirtschaft / Gartenbau und Produktion von Bäumen (als Baumschuler) ausgebildet und leben von diesem neuen Beruf: ihr Einkommen hat sich verzehnfacht. Es gibt eine neue Genossenschaft im Tal, die die Produkte der Gärten und Obstbäume (vor allem die Ernteüberschüsse) auf verschiedenen Märkten der Gegend verkauft. So ist auch die Ernährung mit Obst und Gemüse abwechslungsreicher geworden. Es gibt Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten, Zucchini, Okra, grüne Bohnen, Chilli, Paprika und Zitronen, Mangos, Papaya, Äpfel, Datteln, Guaven, Granatäpfel und Orangen.

Durch die verbesserte Ernährung und nahes, gutes Trinkwasser ist die Kindersterblichkeitsrate gesunken und es gibt viel weniger durch Wasser übertragene Krankheiten.

Durch das Projekt haben sich ökonomische Möglichkeiten für neue Unternehmer und Brunnenbauer eröffnet und dadurch die Region stabilisiert, die nun weniger anfällig für soziale und ethnische Konflikte ist.

Ausbildung von Ausbildern  in Hygiene für Kinder und Frauen in der Region erfolgt durch Gesundheitspersonal und wird in Gruppen von Dörfern, vor allem aber hinsichtlich Personengruppen durchgeführt.dsc06784

Daher werden mehrere Sitzungen angeboten und deren Inhalt ist den Bedürfnissen der Zielgruppe angepasst (Frauen, Dorfvorsteher, Lehrer). Die so geschulten Personen geben ihre Kenntnisse weiter und bilden wiederum Familienangehörige und andere Benutzer weiter.

Aufgetretene Schwierigkeiten bei der Durchführung

Goldfunde in der Region Agadez haben sich negativ auf alle Bereiche der Region ausgewirkt. Einige Begünstigte des Projekts haben den Gartenbau einfach hingeworfen, um ihr Glück als Goldgräber zu versuchen. Das hat uns grosse Schwierigkeiten bereitet, und war eine Herausforderung den weiteren Betrieb und die Pflege der Gärten sicherzustellen. Wir konnten diese Schwierigkeit überwinden, indem wir neue Betreiber für diese Gärten finden konnten. Bis heute sind alle Gärten funktional. Die Gärtner haben verstanden, dass der Betrieb eines Gartens einen doppelten Vorteil hat: er ernährt die Familie, der Überschuss kann verkauft werden und schafft Einkommen.  

Der Goldrausch ist ein Glückspiel und garantiert nicht viel.

Baumkrankheiten: Einige Baumarten sind krank geworden und abgestorben.  Dies waren hauptsächlich die Baumjungpflanzen, die wir in der Hauptstadt gekauft hatten und nicht in einem Gebiet mit ähnlichen klimatischen Bedingungen (Wüstenklima), sie waren nicht für das Klima im Projektgebiet geeignet. Wir haben eine große Anzahl von Jungpflanzen ersetzt, die nicht den Oasenbedingungen angepasst waren.

LES PUITS DANS LA VALLEE DE TIDENE, COMMUNAUTE URBAINE DE TCHIROZERINE. LES PUITS MARAICHER ET LE JARDIN MARAICHER DE BOUDARI. NIGER 2015

Das Projekt “Sicherheit und Entwicklung”

o Geht auf die Bedürfnisse von Nutzern und Gemeinschaften ein

o Entwickelt den Zugang zu wesentlichen Dienstleistungen (Zugang zu Wasser als Grundrecht für ein Überleben der Bevölkerung (Lebensmittel, Hygiene, Getränke usw.)

o Gewährleistet die Einhaltung der Hygienevorschriften (gemäß den MHE-Standards, Mauern für Tiertränken, Bodenplatten um den Brunnen für Hygiene und Wasserfilter).

o Berücksichtigt den Bedarf von Nutzern und Gemeinschaften und nimmt sie in die Verantwortung (Anfrage der Bevölkerung, COGES)

o Respektiert Umweltbedingungen

o Optimiert das Ressourcenmanagement (1 Brunnen versorgt fast 2000 Menschen mit Wasser / das Wasser aus dem Brunnen wird als Trinkwasser, für landwirtschaftliche Aktivitäten, als Tiertränke, für Körperhygiene und Wäsche genutzt)

o Sichert durch sanitäre Maßnahmen bessere Hygiene: Um den Brunnen herum wird eine Schutzmauer errichtet, um den Zugang zu regeln und Tiere fernzuhalten.

o Der Brunnen ist aus Hygienegründen von einer Bodenplatte mit einer Ablaufrinne umgeben, die das Wasser in einen Abwasserschacht leitet. Dieser Schacht ist mit groben Steinen und Kies gefüllt und dient der Filterung von Abwasser.

o Trägt zur Reduzierung von durch Wasser übertragenen Krankheiten bei

o Sorgt für bessere Hygiene (Rolle vom Komitéé (COGES), welches die ordnungsgemäße Nutzung und Wartung des Brunnens sichert, aber auch die Einhaltung der Hygieneregeln.

Es gibt schriftliche Vereinbarungen über die Übergabe der Dorfbrunnen an die Dorfbewohner selbst. Diese Übergabe definiert die Verantwortlichkeiten und Pflichten der Gemeinschaft. Der Brunnen wurde ihnen “geschenkt”. Aber um zu vermeiden, dass sie erneut mühsam kilometerweit entfert Wasser holen müssen , liegt es in ihrer Verantwortung, den Brunnen so zu warten, dass er so lange wie möglich hält.

Integration der Bauten in die Inventarliste des Wasserministeriums

In Übereinstimmung mit den Projektzielen und zur Ergänzung der Maßnahmen der nigrischen Regierung werden alle von den Partnern des Puits du Désert durchgeführten und finanzierten Bauten von der regionalen Wasserdirektion kontrolliert, und sobald die endgültige Bauabnahme vorliegt , in die Inventarliste des nigrischen Wasserministeriums aufgenommen. Dies zeugt vom Nutzen und der Anerkennung unserer Maßnahmen durch die nigrische Regierung, trägt aber auch zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung und der Wasserversorgungsrate bei.

Technische Partner: Zuallererst die nigrische NRO Tidène, die das Projektmanagement für alle Projekte übernimmt und damit die Verbindung zu den anfragenden Bevölkerungsgruppen, lokalen Behörden und Zielgruppen; die regionale Wasserdirektion von Agadez, die das Monitoring und die  Kontrolle der fachgerechten Realisierung der Brunnen und der Desinfektion von Wasser gewährleistet; Der Bürgermeister der Gemeinde, zu der die 5 Dörfer gehören, der Verein der Ex-Kombattanten von Aïr, die die Schnittstelle ist zwischen ehemaligen Kombattanten, Nutznießern von Gärtnereien und der NRO Tidène und die die Einhaltung der Verpflichtungen gewährleistet zur Friedenssicherung; der Amenokal (Chef der Ethnie der Ifoghas -Tuareg);  “Mamans du Soleil” (Mütter der Sonne) (Gesundheitsabteilung des Vereins Les puits du Désert)

Das Projekt wurde finanziert von der französischen Entwicklungsagentur (AFD), der Suez-Stiftung, der Wasseragentur Adour Garonne, der Stadtgemeinde Bordeaux (Bordeaux Métropole), ORANO / Areva und der Firma KSB (Pumpen).

Worauf wir stolz sind

o Der signifikante Rückgang der durch Wasser übertragenen Krankheiten: Im Jahr 2013 registrierte das integrierte Gesundheitszentrum diesbezüglich 13 Todesfälle von Kindern in seinen Registern, 7 im Jahr 2014, im Jahr 2015 drei und keine Todesfälle mehr seit 2016.

o Die Wiedereingliederung in die Gesellschaft von Ex-Kombattanten, die Gärtner geworden sind, von dieser neuen Aktivität leben und nicht mehr versucht sind, zu den Waffen zu greifen – es herrscht damit Frieden in diesem Gebiet.

o Dieselben Gärtner bilden nun ihrerseits Nachbarn und Familien in landwirtschaftlichen Ertragstechniken aus

o Gemeindevertreter, die in Hygiene ausgebildet worden sind, geben ihre Kenntnisse weiter und sensibilisieren die Dorfbewohner

Aufbauend auf diesem Erfolg wurde den Partnern ein AntraPrévisualiser(ouvre un nouvel onglet)g auf Finanzierung für eine dritte Phase des Projekts für 5 neue Dörfer vorgelegt.

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